Viele mittelständische Unternehmer zögern beim Ausbau erneuerbarer Energien. Die häufigsten Fragen: Reicht die Dachfläche? Wie hoch ist der Eigenverbrauch tatsächlich? Und wann rechnet sich die Investition ohne die hohen Einspeisevergütungen vergangener Tage? Ein Praxischeck zeigt: Die Rentabilität kommt heute nicht mehr durch den Verkauf von Strom, sondern durch die vermiedenen Kosten.
Das Szenario: Eigenverbrauch optimieren Ein mittelständischer Betrieb mit einer Dachfläche von 1.000 m² kann heute Anlagen installieren, die einen signifikanten Teil der Grundlast decken. In unserem Praxisbeispiel konnte ein Betrieb durch eine 100 kWp-Anlage rund 35 % seines gesamten Strombedarfs decken. Der Clou: Die Gestehungskosten für den eigenen Solarstrom liegen oft bei 7 bis 9 Cent pro kWh – weit unter den Marktpreisen für Industriestrom.
Schritt für Schritt zur eigenen Anlage
- Lastgang-Analyse: Abgleich des Stromverbrauchs (Wann wird produziert?) mit der potenziellen Sonnenstrom-Erzeugung.
- Speicherkonzepte: Prüfung, ob Batteriepuffer sinnvoll sind, um Lastspitzen in den frühen Morgenstunden oder späten Abendstunden abzufangen.
- Netzanschlussprüfung: Frühzeitige Klärung mit dem Netzbetreiber, um Verzögerungen beim Projektabschluss zu vermeiden.
Das Ergebnis in der Bilanz Neben der direkten Stromkostenersparnis profitiert das Unternehmen von einer langfristigen Preissicherheit über 20 Jahre und einer deutlichen Aufwertung der Immobilie. Zudem fordern immer mehr Großkunden in ihren Lieferanten-Audits den Nachweis über den Einsatz erneuerbarer Energien (Scope 2 Emissionen).
Checkliste für die Planung
- Ist die Statik der Hallendächer für PV-Module ausgelegt?
- Kann die Schichtplanung an die Erzeugungskurve angepasst werden?
- Wurden Fördermittel des Bundes oder der Länder bereits geprüft?